3. Münchener Cleantech-Konferenz: Energieeffizienz wird zu einer der wichtigsten Energieressourcen
München, 24.06.2010. Mit über 200 Teilnehmern, zahlreichen Cleantech-Start-ups, hoher Beteiligung von Investoren und ausgezeichneten Rednern aus Industrie, Forschung und Finanzierung übertraf die 3. Münchener Cleantech-Konferenz die Erfolge ihrer Vorgänger abermals. Dabei veranschaulichten die Redner- und Diskussionsbeiträge sehr deutlich, wie Intelligenz und Technologien die Innovationen für effizienteren Energieverbrauch in neuen Produkten, Lösungen und Geschäftsmodellen vorantreiben.
In seinem Eröffnungsvortrag erläuterte Prof. Dr. Maximilian Gege, Vorsitzender des B.A.U.M. eV, den „Zukunftsfonds – ein Konzept für ein ökologisches Wirtschaftswunder“. Seine Grundgedanken dazu sind 1 bis 5 % des vorhandenen Geldvermögens von 4,8 Billionen Euro in den Zukunftsfond zu investieren, den Anlegern eine sichere 5 %ige Verzinsung zu geben und mit dem Kapital des Zukunftsfonds in Energieeffizienzmaßnahmen, erneuerbare Energien und Energiesparprogramme zu investieren, die sich in einer Laufzeit von maximal zehn Jahren amortisieren.
In einem wahren Feuerwerk trug Dr. Georg Kofler die Services, die verwendeten Technologien und das Geschäftsmodell der Kofler Energies AG vor. Sein Kernprodukt: die gesparte Kilowattstunde. Dabei richtet sein Unternehmen den Fokus auf die Energieeffizienz in Gebäuden.
Auf viel Interesse stießen die vier Start-ups, die sich in der Pitch-Session dem Publikum vorstellten und in der Start-up-Area der Konferenzlobby gemeinsam mit weiteren fünf Start-ups dort persönlich mit den zahlreichen Investoren ins Gespräch kamen.
Prof. Dr. Fritz Vahrenholt, CEO der RWE Innogy referierte über die Erfordernisse steigender Speicherkapazitäten bei ansteigendem Anteil erneuerbarer Energien. Für das Management der steigenden Volatilität bei Stromerzeugung und -Verbrauch sieht Prof. Vahrenholt insbesondere drei Optionen: den effizienten Ausbau der Infrastruktur, mehr Intelligenz in den Netzen und die Erhöhung der Flexibilität konventioneller Kraftwerke. Dabei erntete Prof. Vahrenholt ungläubiges Staunen für seine Aussage “Kernenergie ist sehr gut regelbar“.
Unter der Prämisse „Effizienz entscheidet“ referierte Stephan Kohler, Vorsitzender der Deutschen Energie Agentur dena, die energiepolitischen Ziele der Bundesregierung:
- Reduktion des Treibhausgasausstoßes um 40 % unter den Stand von 1990 bis 2020, sowie langfristig um 80 % bis 2050.
- Konsequenter Ausbau der erneuerbaren Energien und Erhöhung der Energieeffizienz mit dem Ziel, konventionelle Energieträger kontinuierlich durch alternative Energien zu ersetzen.
- Nutzung der Kernenergie als Brückentechnologie, bis diese durch erneuerbare Energien verlässlich ersetzt werden kann, ggf. unter Verlängerung der Laufzeiten.
- Ausbau der Technologieführerschaft bei erneuerbaren Energien.
- Entwicklung eines Energieforschungsprogramms mit den Schwerpunkten Energieeffizienzforschung, Speichertechnologien, intelligenter Netztechnik und Biokraftstoffe der 2. Generation.
- Ermöglichung des Baus hocheffizienter Kohlekraftwerke.
- Ausbau des Emissionshandels zu einem globalen Kohlenstoffmarkt.
- Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 2 Grad Celsius.
In weiteren Vorträgen und Workshops wurden die Opportunitäten technologiegetriebener Innovationen in den Bereichen intelligenter Stromnetze „Smart Grid“, Beleuchtung „Next Generation Lighting“, Energieeffizienz in Gebäuden „Green Building“ und Heizen und Kühlen „Cooling & Heating“ mit Industrieexperten, Investoren und Unternehmern diskutiert.
