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15.02.08

KfW.de 15.02.2008 (Dies ist ein Infodienst von Dow Jones Financial Information Services, der im Auftrag der KfW Bankengruppe erstellt wird.): Business Angels für Neugründungen gesucht

Kategorie: Finanzierung

Freitag 15. Februar 2008
Frankfurt am Main (Deutsches Eigenkapitalforum) -
Gerade in der Frühphasen-Finanzierung ist ein Bankkredit eine heikle Angelegenheit, denn bei neuen Ideen sind die Banken eher vorsichtig. Da bietet es sich für Gründer an, einen Business Angel mit an Bord zu holen. Junge Unternehmen erhalten von ihm nicht nur das notwendige Kapital, sie bekommen oft auch eine Menge Know-how und Geschäftsbeziehungen mitgeliefert.

Kontakt zu einem Business Angel bekommt man am besten über eines der 40 deutschen Business-Angels-Netzwerke. Eines davon ist das Munich Business Angel Network. Als Teil des Munich Networks kümmert es sich um die Frühphasenfinanzierung. Die Geschäftsführerin Dr. Ute Berger prüft Businesspläne von ambitionierten Jungunternehmern, die auf der Suche nach Kapital sind: Wir bekommen Anfragen aus allen Branchen: von innovativen Therapien bis hin zu neuen Produktionsmaschinen. Der Internetbereich ist stark vertreten. Mehr als 30 Social-, Reise- und Sportcommunities haben letztes Jahr bei uns nach Kapital gesucht. Dabei filtern wir die vielen Me-to-Modelle strikt aus. Gerade im Internetbereich stellen wir nur außergewöhnliche
Ideen mit hochkompetenten Teams vor. Die Start-ups müssen uns überzeugen, damit wir die Angels überzeugen können.

Nach der sorgfältigen Prüfung der Anträge und persönlichen Gesprächen mit den Gründern werden die Businesspläne den Angels präsentiert. Allein im Jahr 2007 gab es über 270 Anfragen, davon traf Ute Berger die Gründerteams von 80 Ideen. Schließlich präsentierte sie den Business Angels 36 Businesspläne. Letztendlich wurden 14 Ideen finanziert, drei davon über das Munich Business Angel Network. Es ist ja nicht nur die Geschäftsidee, die zählt. Auch die Chemie zwischen den Parteien muss stimmen, berichtet Berger. Schließlich kommt es ja zur intensiven Zusammenarbeit zwischen Gründer und Business Angel.

Das Aus bei einem Business-Angels-Netzwerk heißt nicht unbedingt ein generelles Aus für die Finanzierung. Auch wenn wir einem Start-up absagen, geben wir Tipps und versuchen, die Unternehmen nicht im Regen stehen zulassen, bekräftigt Berger. Sie rät Jungunternehmern, sich niemals nur auf eine Finanzierungsmöglichkeit oder ein Angelnetzwerk zu verlassen. Wir können keinen Erfolg vorhersagen und keine Finanzierung garantieren, aber wir eröffnen Chancen.

Diese Chancen können Start-ups in anderen Business-Angels-Netzwerken oder
Frühphasenfinanzieren suchen. Denn Business-Angels-Netzwerke gibt es viele. Organisiert sind sie im Business Angels Netzwerk Deutschland e.V. (BAND). Als Dachverband des informellen Beteiligungskapitalmarktes hat er sich zum Ziel gesetzt, die Business-Angels-Kultur in Deutschland aufzubauen. Dabei organisiert BAND den Erfahrungsaustausch und fördert Kooperationen. So treffen sich zum Deutschen Business Angels Tag alle Akteure im Business- Angel-Markt. Dabei wird die Goldene Nase für den Business Angel des Jahres verliehen. Die BANDakademie vermittelt das nötige Wissen für Business Angel.

Anfragen nach Seed-Finanzierungen, die den BAND erreichen, werden an die
Mitgliedsverbände weitergeleitet. Es gibt ca. 1.000 Business Angels in den deutschen Business-Angels-Netzwerken. Die Dunkelziffer ist aber größer.

Nicht alle wollen ihr Tun öffentlich machen, erzählt Dr. Ute Günther, die im Vorstand von BAND arbeitet. Ein typischer Business Angel ist um die 50 Jahre alt und ehemaliger Unternehmer. Manche von ihnen sind sogar Serial Entrepreneurs, also Unternehmer, die mehrere Unternehmen aufgebaut und verkauft haben. Es reizt sie, ihr Know-how sowie einen Teil ihres hart verdienten Geldes in neue Unternehmen hineinzustecken, ohne dabei selbst 80 Stunden pro Woche arbeiten zu müssen.

Dabei kommen nur Unternehmen in Frage, die ein großes Wachstumspotenzial haben, innovativ sind und die Alleinstellung am Markt haben. Meist wird die Beteiligung nach etwa sechs Jahren wieder verkauft. Entweder an das Unternehmen oder häufig auch an strategische Partner. Es kommt aber auch ein Börsengang in Frage, erzählt Günther. Natürlich kann das Kapital auch verloren gehen, wenn es schlecht läuft. Deswegen streut ein Business Angel sein Kapital meist auf mehrere Unternehmen. So wird das Risiko minimiert. Gleichzeitig fühlen sich Business Angels durch den ständigen Kontakt zu immer neuen Businessplänen und jungen Unternehmern am Puls der Zeit. Ute Günther ist der Meinung: Frühphasenfinanzierung ist ein schönes Thema. Man hat immer den Eindruck, man sieht den Zeitgeist um die Ecke biegen.

Hinweis:
Das nächste Deutsche Eigenkapitalforum findet am 22. April 2008 in Mainz statt. Es ist die führende deutsche Kommunikationsplattform rund um das Thema
Beteiligungsfinanzierung.
Internet: www.eigenkapitalforum.com

Informationen für Unternehmen / Start-ups:
Infocenter: Tel.: 01801 24 11 24
E-Mail: infocenter@kfw-mittelstandsbank.de
Internet: www.kfw-mittelstandsbank.de/DE_Home/Beteiligungsfinanzierung/

Ansprechpartner für Medien:
Herr Michael Seyler
Tel.: (0228) 831-7000
Frau Lena Knischewski
Tel. (0228) 831-8043
E-Mail: lena.knischewski@kfw.de