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12.07.10

Nachgefragt bei Curt Winnen, Geschäftsführer des Munich Network

Kategorie: Märkte & Technologien

Von:Torsten Passmann, VentureCapital Magazin

VC Magazin: Wie nehmen Sie die Verfügbarkeit von frischem Kapital für junge Cleantech-Unternehmen wahr? Gibt es einen Wettbewerb der liquiden Investoren um die Perlen?

Winnen: Vor allem dank ausländischer Fonds - beispielsweise aus England, Belgien oder Finnland - ist in den letzten anderthalb Jahren zwar spürbar mehr Kapital auf dem heimischen Markt vorhanden. Im Vergleich zu den Opportunitäten ist die Summe immer noch zu gering. Für Gründer hat sich damit die Situation verbessert, allerdings ist der Markt immer noch ein Käufermarkt.

VC Magazin: Was verbirgt sich hinter der Initative Cleantech D, die Sie vor Kurzem ins Leben gerufen haben?
Winnen: In den vergangenen drei Jahren haben wir in München cleantech_net zu einem großen regionalen Netzwerk aus Forschung, Industrie und Kapital aufgebaut. Dieses Potenzial sehen wir auch in anderen Regionen - um Düsseldorf herum mit Smart Grids, im Großraum Hamburg mit Wind und zwischen Dresden und Halle mit Solar. Die neue deutschlandweite Initiative soll diese Leuchttürme entwickeln, um Forschung und Entwicklung zu schnelleren Markterfolgen zu führen, die internationale Visibilität für hiesige Cleantech-Innovationen zu begeistern.

VC Magazin: Welches Thema wird aus Ihrer Sicht der nächste Cleantech-Hype?
Winnen: Ein großer Treiber ist die Informations- und Kommunikationstechnologie, die mehr Intelligenz in die Netze bringt. In Deutschland werden Smart Grids und Smart Metering in der breiten Masse noch nicht als Bedarf wahrgenommen, weil wir hier eine gute Infrastruktur und einen hohen Wohlstand haben. Deutsche Start-ups haben aber bereits hervorragende Lösungen entwickelt, um in Asien oder Nordamerika Erfolg zu haben.