Mit unserer Interview-Reihe möchten wir Ihnen nach und nach die Akteure des Munich Network näher vorstellen und neben Einblicken in die Kollaboration von Startups und etablierten Technologie-Industrie-Unternehmen auch Experten im Bereich Venture Capital zu Wort kommen lassen. Wir sind zudem gespannt zu erfahren, welche Auswirkungen die Corona-Krise auf Startup Investments und Investitions-Trends hat.

Unser heutiger Experte Wolfgang Seibold ist Partner und CFO bei Hitachi Ventures und blickt auf über 20 Jahre Erfahrung als Venture Capital und Private Equity Investor zurück.

Find the English version below 


Hitachi Ventures GmbH (HVG) managt seit nun gut 18 Monaten einen $ 150 Mio. Corporate Venture Fund. Ebenso breit wie das Portfolio des weltweit agierenden Mutterkonzerns erscheint der Investmentansatz der HVG. Sie investieren international A/B/C-Runden in Startups aus den Bereichen IT, industrielle Automatisierung, Cloud-Diensten, Mobilität, Energie, Precision Medicine, Smart City, Smart Infrastructure und mehr.

Was sind gerade vor dem Hintergrund diesen breiten Ansatzes nach gut 1 ½ Jahren Ihre ersten ‚Lessons learnt‘? 

Zunächst zum Hintergrund von Hitachi Ventures: Wir haben diesen breiten Ansatz bewusst gewählt, weil Hitachi ein sehr breit diversifiziertes Unternehmen ist. Wir verfolgen einen strategischen Venture-Ansatz. Das heißt, dass wir nur in Firmen investieren, wenn wir ein klares Kollaboration- und Synergiepotential zwischen einem Startup und dem Konzern sehen. Und so haben wir auch alle bisherigen Investments ausgesucht. Trotz des relativ breiten Ansatzes haben wir eine Reihe von Schwerpunktthemen identifiziert, die für Hitachi besonders wichtig sind.

Momentan suchen wir bei Hitachi Ventures insbesondere im Bereich Digital Health und Precision Medicine, aber auch Themen wie ESG und CO2-Neutralität rücken in unseren Fokus. Durch die Digitalisierungswelle, die wir aktuell erleben, gewinnen darüber hinaus Themen wie Digital Currencies, Data Governance und Compliance an Bedeutung, ebenso wie die nächste Generation der Mobilität und Industrial Automation, Robotics oder IoT.

In Bezug auf die Learnings: Für uns ist vor allem der strategische Austausch mit dem Mutterkonzern entscheidend. Man muss als CVC genau verstehen, wo die strategische Reise hingehen soll, um wirklich passende Startup-Kollaborationen zu initiieren. Wir investieren sehr viel Zeit, die relevanten Trends und Strategien zu verstehen, um mit diesem Wissen die richtigen Startups zu identifizieren. Anders als viele andere VCs generiert Hitachi Ventures seinen Dealflow nicht passiv, sondern wir gehen proaktiv auf Unternehmen zu, die wir für Champions bzw. Innovationsführer in ihren Feldern halten. Wie bereits erwähnt, investiert Hitachi Ventures vor allem in A-Runden und in spätere Runden. Damit eine Kollaboration zeitnah funktioniert, wollen wir bereits existierende Produkte sehen und achten daher auf eine gewisse Reife seitens der Unternehmen.

HVG operiert bislang aus Büros in München und Boston. Was zeichnet das Profil Ihres Management-Teams aus?

Hitachi war bei der Besetzung seines Ventures Arms sehr darauf bedacht, ein Team aus erfahrenen Investoren aufzubauen. Das Team ist sehr breit aufgestellt, die Partner haben alle um die 20 Jahre Investment-Erfahrung. Der US-Partner Pete Bastien kommt von Next47, dem Venture Capital-Arm von Siemens. Steve Gabriel hat zuvor die 3M Venture Capital-Aktivitäten geleitet und ich habe 20 Jahre lang für unabhängige VC- und Private Equity-Fonds investiert. Unser Team besteht damit aktuell aus sechs Investment Professionals und einer Office Managerin. Alle Kollegen bringen Erfahrung aus den relevanten Industriesegmenten oder als auch als Venture Capital-Investoren mit.

Warum sollte ein Startup gerade HVG als Investor auswählen?

In erster Linie, weil wir es sehr ernst nehmen, strategisch zu investieren, den erwähnten Kollaborationsansatz verfolgen und weil wir über ausreichend Ressourcen verfügen, die uns helfen, diese Kollaboration dann auch wirklich auf die Beine zu stellen. Wir können, was sehr hilfreich ist, in Japan auf das Team im Hitachi Corporate Venture Office zurückgreifen, das direkt an den Hitachi CTO berichtet. Das sind alles Experten im Bereich Open Innovation, die sich vor allem um Business Development in den Hitachi Konzern kümmern, Kollaborations­partner identifizieren und dabei unterstützen, entsprechend Projekte und die dazugehörigen Rahmenverträge aufzusetzen.

Wie viele Investments haben Sie bisher geschlossen? In welchen Innovationsfeldern? In Startups mit welchem Reifegrad?

Wir haben bisher sieben Investments geschlossen, und bei einem sind wir kurz vor Abschluss. Somit sprechen wir aktuell von acht. Unter diesen befinden sich drei Startups aus verschiedenen Bereichen des Digital Health-Sektors. Sophia Genetics nimmt zum Beispiel bioinformatik-gestützte Auswertungen von Gene Sequencing-Daten vor, ein wichtiges Verfahren, um die Medikation von Krebspatienten oder auch für Menschen mit Erbkrankheiten besser auf den Patienten zuzuschneiden beziehungsweise die Pharmaforschung in dieser Richtung zu unterstützen. Ein weiteres Unternehmen in unserem Portfolio ist Proscia. Ein US-Startup, das eine Datenmanagement- und Analytikplattform für Biopsie-Bilder entwickelt hat, und somit den Alltag von Onkologen durch automatisierte Bildverarbeitung und -Auswertung  erleichtert. Vor wenigen Tagen haben wir in ein Unternehmen im Bereich der digitalen Biomarker investiert. Digitale Biomarker sind Daten, die helfen, den Gesundheitszustands eines Patienten zu erfassen. Sie können sowohl in der Vorsorge als auch in der Telemedizin eingesetzt werden.

Neben diesen spannenden Investments im Health Care-Sektor haben wir auch in ein Agritech-Unternehmen investiert. Taranis aus Israel erfasst und wertet Luftbilddaten, insbesondere für Volumenpflanzen wie Weizen, Mais oder Reis, aus. Weitere Startups aus unserem Portfolio sind im Bereich der Supply Chain Transparency oder auch im Bereich des High Performance Computings tätig. Letzteres ist die Firma Rescale Ltd., ein Cloud Software Unternehmen, welches eine letzte Software-Bastion, nämlich das High Performance Computing, in die Cloud bringt. Zudem haben wir vor kurz in ein deutsch-österreichisches Unternehmen im Bereich Data Governance, und Data Compliance-Lösungen investiert.

Seit kurzem haben wir einen Folgefonds in Vorbereitung, der unsere Aktivitäten insbesondere die kapitalintensiveren Investitionen in den Feldern Gesundheit und Umwelt stärken soll.

Wie deutlich sind die Preisunterschiede zwischen Tech-Startup-Investments in USA, Europa und Asien?

Das lässt sich so nicht beantworten, da die Regionen in sich nicht homogen sind und es auch je nach Branche Unterschiede gibt. In USA gibt es deutliche Preisunterschiede zwischen der Ost- und Westküste, während sich in Europa vor allem die Investments in UK, Skandinavien und Deutschland von jenen in Süd- oder Osteuropa unterscheiden. Auch in Asien kann man von einem regionalen Gefälle sprechen.

Zusammenfassend würde ich sagen, dass natürlich immer noch einen Unterschied zwischen USA und Europa gibt, wobei wir aber gerade im letzten Jahr hier eine weitere Annäherung bei den Bewertungen gesehen haben. Während in USA die Preise im Jahr 2020 im Wesentlichen stabil geblieben sind, sind sie in Europa deutlich angezogen. Da letztere allerdings nicht mit dem amerikanischen Niveau vergleichbar waren, handelt es sich eher um eine Anpassung. Im asiatischen Markt hatten die Preise schon in den letzten Jahren auf das US-Niveau aufgeschlossen.

Welche Einflüsse hatte die Covid-19-Pandemie bisher auf a) die Entwicklung Ihrer Portfoliounternehmen und b) auf Ihre Investitionstätigkeit? 

Unsere Investitionstätigkeit hat nicht unter der Pandemie gelitten, und wir konnten unsere Investments im Großen und Ganzen wie geplant tätigen. Zudem hat Covid-19 die Digitalisierungstrends in vielen Industrien stark beschleunigt. Entsprechend wurde weiter fleißig investiert. Die einzelnen Unternehmen haben aber durchaus Effekte gesehen. Manche, wie etwa unsere Beteiligung im Bereich der digitalen Biomarkers, haben stark von der beschleunigten Digitalisierung des Gesundheitswesens profitiert.
Dennoch berichten Unternehmen aus fast allen Branchen, dass beispielsweise Projekte verschoben wurden, weil Entscheidungsträger nicht mehr im Office waren und sich damit Entscheidungszyklen verlängert haben. Im Großen und Ganzen haben sich unsere Portfoliounternehmen jedoch erfreulicherweise ganz gut in der Krise geschlagen und sind allesamt gewachsen.

Wie hat die Covid-19-Pandemie die Startup-Economy verändert? Mit welchen Unterschieden in Europa, USA und Asien?

Wenn man die unterschiedlichen Branchen betrachtet, geht der Digital Health-Sektor als klarer Gewinner aus der Krise hervor. Zumal hier in sehr kurzer Zeit ein großer Bedarf entstanden ist, der händisch nicht mehr zu bewältigt werden konnte, sodass die Akzeptanz von Telemedizin oder anderen Digitalisierungslösungen auf allen Ebenen enorm gestiegen ist. Andere Bereiche haben weniger profitiert. So haben Startups in der Industrieautomatisierung teilweise deutliche Rückschläge einstecken müssen. Auch das Thema Mobilität ist etwas aus dem Investmentfokus der Unternehmen gerückt. Hier würde ich eher von einer Verlangsamung des Trends sprechen, während andere Bereiche wie Environmental und Social Technologies richtig an Fahrt aufnehmen. Mittlerweile ist wohl jedes Unternehmen damit beschäftigt, seine eigene Strategie zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks zu verändern, sowohl was die internen Prozesse angeht als auch als im Rahmen von Lösungen für bestehende Kunden.

Zu den Unterschieden zwischen den Regionen: In den USA sind die Investitionstätigkeiten sehr viel schneller wieder angelaufen als in Europa, was nicht zuletzt mit dem aktuellen Boom an den Aktienmärken und der allgemein höheren Risikobereitschaft zusammenhängt. Bei den Investitions-Trends und bei der Qualität der Unternehmen sehe ich allerdings wenig Unterschiede, diese sind global sehr ähnlich.

Hat die Covid-19-Pandemie bestimmte – oder gar ganz neue – Innovationstreiber in den Vordergrund gerückt? Welche sind das?

Der große Innovationstreiber ist nach wie vor die Digitalisierung in fast allen Branchen, die sich im letzten Jahr stark beschleunigt hat. Damit sind auch Megatrends wie Data Governance und Data Protection zunehmend in den Fokus gerückt. Ein zweiter Riesen-Trend, der sich aber komplett unabhängig von der Pandemie, weiterentwickelt hat, ist natürlich der gesamte Bereich Environmental und Klimaschutz.

Welche Rolle spielen Netzwerke wie Munich Network für die Arbeit von Corporate VCs? Wo sehen Sie noch Verbesserungsbedarf?

Wir bei Hitachi glauben sehr stark an Wachstum durch Kollaboration, dazu gehört sowohl die Kollaboration zwischen den großen Unternehmen als auch mit der Startup-Community. Ich glaube, das Munich Network hat genau diese Idee schon seit vielen Jahren verinnerlicht und fördert den Austausch und die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Konzernen aber auch mit den Startups sehr stark. Das Scouting und Matchmaking mit geeigneten Kollaborationspartnern und Industrieexperten ist wesentlicher Bestandteil des Angebots des Munich Networks, und alle Partner- und Kunden-Feedbacks belegen, das das Netzwerk hier einen Riesenbeitrag leistet. Im nächsten Schritt könnte man sich überlegen, ob das Munich Network noch etwas mehr Unterstützung bei der konkreten Umsetzung von Partnerschaften bieten kann. Ich denke daran, beispielsweise Best Practices zu etablieren, wie große und kleine Unternehmen oder Konzerne miteinander kollaborieren und wie geistiges Eigentum aus gemeinsamen Projekten gehandhabt wird. In diesem Zusammenhang wäre es hilfreich, den Austausch zu verstärken und zu moderieren.

Wir bedanken uns bei Wolfgang Seibold für das interessante Gespräch und die Einblicke in die Arbeit eines Corporate Venture Fonds!


English version

With our interview series, we would like to introduce you to the players of the Munich Network and, in addition to insights into the collaboration of startups and established technology industry companies, also let experts in the field of venture capital to get a word in. Of course, we are eager to learn what impact the Corona crisis has had on startup investments and investment trends as well.

Our expert today, Wolfgang Seibold, is partner and CFO at Hitachi Ventures and has over 20 years of experience as a venture capital and private equity investor.

Hitachi Ventures GmbH (HVG) has been managing a $150 million corporate venture fund for about 18 months now. HVG’s investment approach appears to be just as broad as the portfolio of the global parent company. You invest internationally A/B/C rounds in startups from the fields of IT, industrial automation, cloud services, mobility, energy, precision medicine, smart city, smart infrastructure and more.

Against the background of this broad approach, what are your first ‘lessons learned’ after the first 1,5 years?

First of all, the background of Hitachi Ventures: We deliberately chose this broad approach because Hitachi is a very broadly diversified company. We take a strategic venture approach. This means that we only invest in companies when we see a clear potential for collaboration and synergy between a startup and Hitachi. And that’s how we’ve selected all of our investments to date. Despite the relatively broad sector approach, we have identified a number of focus areas that are particularly important for Hitachi.

At Hitachi Ventures, we are currently looking in particular at digital health and precision medicine, but we are also focusing on topics such as Environment, ESG and carbon neutrality. In the current wave of digital transformation across all industries, we currently see exciting topics such as digital currencies, data governance and compliance gaining importance, and last not least we see great opportunities in areas like next generation of mobility and industrial automation, robotics and IoT.

In terms of learnings: For us, the strategic exchange with the parent company is crucial above all. As a CVC, you have to exactly understand the strategic direction of the mother company order to identify and initiate truly relevant and suitable startup collaborations. We invest a lot of time in understanding the relevant trends and strategies of the various Hitachi Business Units, so that we can use this knowledge to identify the right startups. Unlike many other VCs, Hitachi Ventures does not generate its deal flow passively, but we proactively approach companies that we believe are champions or innovation leaders in their fields. As mentioned earlier, Hitachi Ventures invests primarily in A rounds and later stage rounds. For a collaboration to work in a timely manner, we want to see existing products and therefore look for a certain maturity on the part of the companies.

HVG has operated from offices in Munich and Boston so far. What distinguishes the profile of your management team?

Hitachi was very committed to building a team of experienced investors when staffing its venture arm. The team is very broadly based, and the partners all have around 20 years of investment experience. US partner Pete Bastien comes from Next47, the venture capital arm of Siemens. Steve Gabriel previously led 3M’s venture capital activities, and I invested for independent VC and private equity funds for 20 years. Our team currently consists of six investment professionals and one office manager. All colleagues bring experience from the relevant industry segments or as venture capital investors.

Why should a startup choose HVG as an investor?

In the first place, because we take the strategic collaboration very serious and not only invest equity but also sufficient resources to help the companies and get this collaboration off the ground. Another helpful factor is our access to team of the Hitachi Corporate Venture Office in Japan, which reports directly to the Hitachi CTO. These are all experts in the field of open innovation and are primarily concerned with business development into the Hitachi Group, identifying collaboration partners and helping to set up projects and the associated framework agreements accordingly.

How many investments have you closed so far? In which fields of innovation? In startups with which degree of maturity?

We have closed seven investments so far, and we are shorty before closing at another one. So we are currently talking about eight. These include three startups from different areas of the digital health sector. Sophia Genetics, for example, performs bioinformatics-supported analyses of gene sequencing data, an important procedure for better tailoring the medication of cancer patients or also for people with hereditary diseases to the patient or to support pharmaceutical research in this direction. Another company in our portfolio is Proscia. An U.S. startup that has developed a data management and analytics platform for biopsy images, making the daily lives of oncologists easier through automated image processing and analysis. And we have just invested in a company in the digital biomarker space. Digital biomarkers are data that help track a patient’s health status. They can be used in both preventive care and telemedicine.

In addition to these exciting investments in the health care sector, we also invested in an agritech company. Taranis from Israel collects and analyzes aerial image data, especially for volume crops such as wheat, corn or rice. Other startups in our portfolio are active in supply chain transparency or even high performance computing. The latter is Rescale Inc., a cloud software company that brings a last software bastion, namely high performance computing, to the cloud. We also recently invested in a German-Austrian company in the area of data governance, and data compliance solutions.

We have just started with the setup of a new fund generation that will help us to further strengthen our investment activities in the areas of Health Care and Environment.

How significant are the price differences between tech startup investments in the U.S., Europe and Asia?

This cannot be answered in a simple way, as the regions are not homogeneous in themselves and there are also differences depending on the sector. In the U.S., there are significant price differences between the east and west coast, while in Europe, investments in the UK, Scandinavia and Germany differ from those in southern or eastern Europe. Also in Asia you can find regional market disparity.

In summary, I would say that of course there is still a valuation gap between the U.S. and Europe, although we have seen this valuation gap shrinking further in the last year. Whereas in the U.S., prices have remained essentially stable in 2020, we have observed a continued rise in Europe. However, since the latter were not comparable to the American level, this is more of an adjustment. In the Asian market, prices had already caught up with the US level in recent years.

What has been the impact of the Covid 19 pandemic by now on a) the performance of your portfolio companies and b) your investment activities? 

Our investment activity did not suffer from the pandemic, and all in all we were able to make our investments as planned. In addition, Covid-19 has greatly accelerated the digital transformation in many industries. Accordingly, investments continued to be made diligently. However, the individual companies have certainly seen effects. Some, such as our digital biomarkers investment, have greatly benefited from the accelerated digitization of healthcare.

But we should not overlook that companies from almost all industries have reported that projects have been postponed, for example, because decision-makers were no longer in the office and decision cycles have therefore been extended. On the whole, however, our portfolio companies have fortunately fared quite well during the crisis and have all grown.

How has the pandemic changed the startup economy? What differences do you notice in Europe, the U.S. and Asia?

If you look at the different industries, the digital health sector emerges from the crisis as a clear winner. Particularly since a huge demand has arisen here in a very short time that could no longer be managed manually, so that the acceptance of telemedicine or other digital solutions has increased enormously at all levels. Other areas have benefited less. Some startups in industrial automation, for example, have suffered significant setbacks. The field of mobility has also moved somewhat out of the investment focus of companies. Here, I would rather speak of a slowdown in the trend, while other areas such as environmental and social technologies are really picking up speed. In the meantime, every company is busy developing its own strategy for reducing its carbon footprint, both in terms of internal processes and as part of solutions for existing customers.

In terms of the differences between the regions: In the U.S., investment activity has picked up much faster than in Europe, which certainly has also been fueled by the current boom on the stock markets and the generally higher risk appetite. However, I see few differences in investment trends and in the quality of startups, which are very similar globally.

Has the Covid 19 pandemic brought certain – or even entirely new – innovation drivers to the fore? What are they?

The big innovation driver continues to be the digital transformation in almost all industries, which has accelerated sharply last year. This has also brought megatrends such as data governance and data protection increasingly into focus. A second huge trend, which has continued to develop completely independently of the pandemic, is of course the entire area of environmental and climate protection.

What role do networks like Munich Network play in the work of corporate VCs? Where do you see space for improvement?

At Hitachi, we strongly believe in growth through collaboration, which includes collaboration between the large companies as well as with the startup community. I think that the Munich Network has internalized this very idea for many years and strongly promotes exchange and collaboration between the participating groups but also with the startups. Scouting and matchmaking with suitable collaboration partners and sector experts is an essential part of the Munich Network’s offering, and all partner and customer feedback proves that the network makes a huge contribution here. The next step could be to consider whether the Munich Network can offer a little more support in the concrete implementation of partnerships. I’m thinking of establishing best practices, for example, on how large and small companies or corporations collaborate with each other and how intellectual property from joint projects is handled. In this context, it would be helpful to strengthen and moderate the exchange.

We say thank you to Wolfgang Seibold for the very interesting conversation and the deep insights into the field of Venture Capital!